Vortrag, 14:00 UhrHeiner Jestrabek: Fanny Wright und andere Pionierinnen der Frauenbewegung und -Emanzipation. Humanistisches Zentrum, Mörikestraße 14, 70178 Stuttgart
Heiner Jestrabek: Fanny Wright und andere Pionierinnen der Frauenbewegung und -Emanzipation.
Fanny Wright (1795–1852), auch bekannt als die „rote Hetäre der Freiheit“, war eine rebellische Rednerin, Philosophin und frühe Sozialistin. Sie kämpfte für die Befreiung von Frauen und Sklaven sowie für Aufklärung und Menschenrechte. Der Referent und Herausgeber des aktuellen Buchtitels erinnert an das Leben und Werk von Fanny Wright und führt in ihr Frühwerk „A Few Days in Athens“ („Einige Tage in Athen“) ein, eine philosophische Erzählung, in der sie ihre Vorbilder, den Philosophen Epikur und seine Anhänger – darunter besonders die Hetären – sehr anschaulich in seinem philosophischen Garten Kepos in Athen wandeln sieht und sprechen hört. Dieses Lehrstück, das die Philosophie Epikurs veranschaulicht und verteidigt, wird hier zusammen mit zwei ihrer populären Vorträge über Religion und Moral erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Fanny Wright, die rebellische Philosophin und „rote Hetäre der Freiheit“, wurde von ihren bigotten Gegnern tatsächlich „The Red Harlot of Liberty“ ("Die rote Hure der Freiheit") genannt, nur weil sie es wagte, als Frau öffentliche Reden zu halten, Hosenanzüge trug und sich für das Recht der Frauen auf selbstbestimmte Liebe einsetzte. Fanny Wright war Abenteurerin, Publizistin, Rednerin, Freidenkerin, Feministin, Abolitionistin die Sklaven befreite, Frühsozialistin und Sozialreformerin, epikureische Philosophin, radikale Aufklärerin, Kämpferin für freie Sexualität und Emanzipation. Vor rund 200 Jahren war sie die erste Frau in den USA, die bei öffentlichen Veranstaltungen vor einem gemischtgeschlechtlichen Publikum sprach. Sie engagierte sich als Feministin und scharfe Religionskritikerin und setzte sich für Geburtenkontrolle, das Recht auf Scheidung und Eigentumsrechte für Frauen ein. Ihre Vorträge zogen Tausende an. Fanny Wright reiht sich in eine Chronik von – vielfach heute vergessenen – frühen Kämpferinnen für Frauenemanzipation ein, die diese mit dem Kampf für soziale und weltanschauliche Befreiung und die Rechte aller Menschen verbanden. Diese Chronik wird in dem weiteren Buchtitel über die Biographien der französischen Frauenrechtlerin Maria Vérone und weiteren 70 biographischen Porträts von Freidenkerinnen, Libre-Penseuses und Vorkämpferinnen für Frauenrechte fortgesetzt.